Biografie Volker Altenhof 1950 in Hoya geboren [Ausstellung]
1977-82 Studium der Freien Kunst/ Experimentellen Malerei bei Prof. W. Zimmermann an der FHS für Gestaltung, Kiel (Muthesius Hochschule)
1980 1. Teilnahme an der 27. Landesschau Schleswig-Holsteinischer Künstler
1982 Examen, seitdem freischaffend
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK)
Aufnahme Eignungsliste Kunst am Bau / Kultusministerium Schleswig-Holstein
Volker Altenhof
Ausstellungen (Auswahl) 1983 Huset Galerie, Aalborg, Dänemark (E)
Galerie Könning, Schleswig (E)
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1984 City Museum Lancaster, England (E)
Galerie Tuus, Taide, Helsinki, Finnland (E)
Städtisches Museum, Schleswig (E)
1985 Kunstverein "Die Insel", Hamburg (E)
Rathaus, Brest, Frankreich (E)
Kulturhaus, Vierzon, Frankreich (E)
Galerie Könning, Schleswig (E)
1986 Galerie Salmankey, Hamburg
Brunswiker Pavillon, Kleine Galerie, Kiel (E)
1987 Galerie Danielsen, Flensburg (E)
1988 Städtisches Museum, Eckernförde (E)
Galerie 212, Zürich, Schweiz (E)
1989 Orangerie im Schloss Glücksburg, Ostsee (E)
Galerie Müller-Sarmiento, Hamburg (E)
1990 Huset Galerie, Aalborg (E)
Polevkiwi Museum, Kohtla-Järve, Estland (E)
1991 Studio Galerie, Kiel (E)
Galerie Könning, Schleswig
1992 "Carmen" - Arbeiten für Staatsoper München (E)
Kulturhaus Hässleholm, Schweden (E)
Städtisches Museum, Eckernförde (E)
1993 "La Traviata" - Arbeiten für Staatsoper München (E)
Studio Galerie, Kiel (E)
Kunstverein Heide (E)
1994 Akademie für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (E)
Städtische Galerie Lefkas, Griechenland (E)
1995 Galerie M Hamburg (E)
"Aida" - Arbeiten für Staatsoper München (E)
1996 Palais Rastede (E)
Galerie Cas Arte, Aschaffenburg (E)
1997 Museen der Stadt Rendsburg (E)
Schwedenspeicher, Stade (E)
Galerie Kioy, Chemnitz (E)
Galerie Cas Arte, Aschaffenburg (E)
1998 Akademie Sankelmark, Flensburg (E)
Musenhof Poppendorf, Rostock (E)
Kulturzentrum Lefkada, Griechenland (E)
1999 "Duali:tet", ein europäischer Kunstdialog, Rendsburg und Odense, Dänemark (G)
Nord-Art Rendsburg (G)
Atelierausstellung mit Jörg Plickat (G)
Kunstverein Husum (G)
TU Hamburg-Harburg (E)
Künstlerpaare im KiC, Rendsburg (G)
Galerie am Haff, Steinberg (E)
2000 ständige Ausstellung in der virtuellen Galerie www.wehlau.de
Kreismuseum Syke (E)
Nord Art 2000, Rendsburg (G)
Atelierausstellung mit Ole Hempel (G)
ACO, Rendsburg (G)
Kulturzentrum Tsoukalades, Griechenland (G)
Internationaler Seegerichtshof, Hamburg (G)
2001 Villa im Park, Zweibrücken (E)
2002 Schloss Reinbek (G)
Galerie in der alten Molkerei, Worpswede (G)
Speicherstadt Hamburg (E)
Museen der Stadt Rendsburg (G)
2003 Galerie MS Europa (E)

(G) Gemeinschaftsausstellung
(E) Einzelausstellung

Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a.:
Landesmuseum Gottorf, Städtisches Museum Schleswig, Landeszentralbank Kiel, Kultusministerium Kiel, Stadt Rendsburg, Stadt Eckernförde, Sparkasse Mittelholstein, MS Europa "Sappho-Zyklus"
Volker Altenhof

Ein Maler
Einige Jahre vor der Geburt des Malers Volker Altenhof ist ein Buch erschienen, das auch heute noch als Brevier zur Kunst im 20. Jahrhundert erlebt werden kann. Willi Baumeister hatte "Das Unbekannte in der Kunst" denjenigen als Lehrbuch an die Hand gegeben, denen nach schlimmer Zeit wieder die Möglichkeit gegeben werden sollte, eine brachiale Entwicklungsstörung der Kunst in Deutschland zu überwinden. Und Willi Baumeister brachte in Worte, was die moderne Malerei des 20. Jahrhunderts vermochte. Es gelang ihm mit außerordentlich intensiver Wortkunst, den Deutschen eine Nachhilfe für die Epoche der modernen Malerei, die am Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen hatte, nachzureichen. Nicht unerheblich eingeschränkt in der Zeit der inneren Emigration hatte er die Zeit genutzt, um nun auch sprachlich das vorzuzeigen, was in der Malerei der Fall war. Es ging ihm um eine Phänomenologie der Kunst "seit der Abkehr vom Nachbild".

Willi Baumeister beschreibt "Die Eigenkräfte der künstlerischen Ausdrucksmittel". Diese "werden zur Entfaltung ihrer Kräfte gebracht, indem ihre Eigenkräfte erhöhte Bedeutung gewinnen. Die Eigenkräfte der Ausdrucksmittel sind die eigentlichen Fruchtfelder der optischen Schau. Ihnen legt der heutige Maler überragenden Wert bei. Sie stellen nicht nur seine Klaviatur dar, sondern sind gleichsam selbständige Ausdrucks- und Funktionsträger. Die Formen, die Farben, das Helle, das Dunkle, die Linienbreiten, das Exakte oder das Modulierende, auch das Körperhafte im Gegensatz zum Flächigen werden die Stimmen seiner Komposition. Allein für sich, also ohne Nachbild einer Naturerscheinung geworden zu sein, elementar und primär, stoßen sie ihre Eigenkräfte aus." (W. Baumeister, Das Unbekannte in der Kunst, Köln 1947, S. 52f)

Volker Altenhof hat bei Winfried Zimmermann in Kiel studiert. Der Professor für Experimentelle Malerei hat ihn in die Geistigkeit der Kunst, "seit der Abkehr vom Nachbild", eingeführt. Volker Altenhof hat diesen Weg seit nunmehr einem Vierteljahrhundert konsequent beschritten. Allen medialen Versuchungen ist er aus dem Weg gegangen. Trotz unendlich vielfältiger Materialoptionen in der Kunst ging er weiter und ausschließlich in der Malerei, die performativen Effekte seiner Künstlerkollegen haben ihn nicht aus der Ruhe gebracht.

Wenn ich sage, er ist in der Malerei, dann heißt das, er ist weiter und weiter in die Malerei gedrungen, er hat sich darin einen Mikrokosmos, einen Malkosmos unendlich vieler Variationen und Entwicklungen erschlossen. Immer genauer, immer subtiler erkennt er Modulationen und Variationen, immer stärker bringt er seine Kompetenz, mit Farbe, Fläche, Form, Gestalt und Komposition umzugehen, ein. Zeitgeist scheint ihn gar nicht mehr anzugehen, er wird nur noch und immer mehr Volker Altenhof, was besagen will, dass nicht nur sein eigener Stil ihn beherrscht, sondern dass seine Bilder beherrscht sind von dem, was in seiner Seele los ist, und Projektionsflächen seiner eigenen Realität darstellen.

Seine Schaffensrealität ist streng organisiert. Bevor er in das große Format geht, liegt dieser Werkphase eine umfangreiche Laborarbeit voraus. Die Laborarbeit bezieht sich sowohl auf farbliche materiale Experimente, sie ist aber auch die Zeit der motivischen Klarstellung. Eine thematische Ausrichtung eines Arbeitsprozesses kann bei Volker Altenhof sowohl extrinsisch motiviert sein, sie kann aber auch in der Laborarbeit selbst entstehen. Das, was ich als Laborarbeit bezeichne, ist ein wechselvoller Prozess von Veränderungen, Varianten, Versuchen, Möglichkeiten. Die großen Formate sind Werke, die als Abschlüsse den ganzen Prozess enthalten. Dieser Arbeitsprozess wird dadurch weiter geordnet, dass Volker Altenhof in "Zyklen" arbeitet. Er nennt eine thematische und motivische Reihe seines Werkprozesses Zyklus. Die Zyklen sind thematisch und motivisch gearbeitete Werkkomplexe, es sind keine Serien. Das Serielle ist Volker Altenhof ganz fremd, oder anders ausgedrückt, das Ziel des Arbeitsprozesses ist das Werk, das als einzelnes Bestand hat und bestehen kann, bestehen muss. Auch die einzelnen Erscheinungen eines Zyklus sind als einzelne Werke zu verstehen, nicht als Serie, nicht als kontextuell bezogene Reihen.

Die Zyklen organisieren sein Gesamtwerk: der Levkada-Zyklus, der Flügel-Zyklus, der Open-Door-Zyklus, der Jemen-Zyklus. In der aktuellen Werkphase stehen die Zyklen "In Between", "Unterwegs" und "Container" im Vordergrund.

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In Between Der Zyklus arbeitet mit dem Grundprinzip der Begegnung und der Spannung, die aus körperhafter Begegnung entsteht. Und auch die Auswirkungen dieser Spannung auf das ganze restliche Umfeld ist Thema dieser Reihe. Die Begegnung von zwei Energiefeldern wird in einem starken farblichen Kontrast zur übrigen Fläche konstruiert. An den beiden gegenüberliegenden Bildrändern stellen sich zwei Farbfelder, Farbkörper horizontal gegenüber. Diese gegenseitige Konfrontation von Ähnlichem bewirkt Druck. Der Druck wird durch eine starke vertikale Bewegung gezeigt, die zu Turbulenzen im oberen Feld des Bildes führt. Volker Altenhof gelingt es eindrucksvoll, die von mir behaupteten Bewegungsabläufe durch flächigen Farbauftrag und durch gezielte Farbkörpersetzungen zu evozieren. Man kann die Bilder auch anders lesen, das, was ich als Bewegung "aufeinander zu" interpretiere, ließe sich auch als Bewegung "voneinander weg" sehen. Ich meine aber erleben zu können, dass das erzielte "Dazwischen" als ein enormes Energiefeld gelesen werden kann, die dadurch entsteht, dass sich zwei größere Farbfelder entweder vereinigen oder voneinander getrennt werden. Das maltechnisch Interessante ist, dass Energie durch Reduktion von Intensität, also mit Durchsichtigkeit und Wegnahme erzeugt wird. Es gibt ja durchaus in der jüngeren Kunstgeschichte Erlebnisse, wo Energieströme durch mehr Masse behauptet werden. So arbeitet Volker Altenhof bewusst nicht. Gerade an diesem Beispiel sieht man die Malweise von Volker Altenhof als eine überaus stark kalkulierte, sich der Wirkung der Farbbewegung auf der Fläche voll bewusste Tätigkeit. Die beiden Farbkörper, die in dem von mir betrachteten Bild durch ein goldenes Gelb eine starke Sinnlichkeit hervorrufen, haben die gleiche Größe, die gleiche Farbe, die gleiche Lage, sind aber wieder auch als ganz verschiedene Körper markiert. Das macht Volker Altenhof so, dass er an diesen herausgehobenen Körpern Einschreibungen vornimmt, ornamentale Markierungen, die, gemalt, auf den Betrachter die Wirkung wie Einritzungen, reliefartige Strukturen haben. Lebensspuren dieser beiden verschiedenen Körper vielleicht. Auf jeden Fall sind beide Körper, deren Begegnung auf der Bildfläche soviel Aktion auslösten, unterschieden.

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Unterwegs Das Zyklusthema ist ein metaphorischer Begriff für eine Reihe von Arbeiten, die in ihrer Bildanlage ausgehen von einem umströmten Körper, der Grundform eines Bootes oder jeder Form, die sich als feste Form in umfließender Umgebung behauptet. Eine Form, der Natur abgeschaut, die den Menschen seit archaischen Zeiten berührt hat, ist hier Ausgangspunkt für den Zyklus "Unterwegs". Wie bei allen anderen Zyklen auch entstehen hier ganz unterschiedliche Ausprägungen in den jeweiligen Werkreihen. Der umströmte Körper ist natürlich ein so allgemeines Thema, dass die unterschiedlichen Möglichkeiten auch zu den unterschiedlichsten Ausprägungen gebracht werden. Es gibt hier vertikale Kompositionen, die dem Betrachter die Illusion des Fließens erschweren, wo eher auf einen festen Gegenstand geschaut wird, und es gibt die horizontalen Varianten, die eher in die Lesbarkeit von Landschaftsmalerei hinzupassen scheinen. Das ist aber eher ein Betrachtungsproblem. Volker Altenhof will ja mit seiner Malerei keine nachbildorientierten Anknüpfungen. Allzu schnell wollen wir durch assoziative Konnotationen Lesbarkeit herstellen, Verbindungen in vertraute Bedeutungsfelder schaffen. Das ist der falsche Betrachtungsansatz zur Malerei von Volker Altenhof. Was ist, ist nicht in der Welt, sondern in dem Bild und nur vermittelt, nur über das Bild gehend ist wieder Weltbezug herstellbar. Willi Baumeister charakterisierte diese Kunst wie folgt: "sie will allein Erlebnis werden ... Die einzelnen Bilder können völlig direkt aufgenommen werden, da ihre Werte ausschließlich in den sehbaren Werten liegen. Es gibt keine Spannungen, die aus Zusammenfügung von abstrakten und gegenständlichen Elementen in einem Bild entstehen. Solche Konkreta verlangen vom Betrachter, sich weitgehend der Schau hinzugeben." (W. Baumeister, Das Unbekannte in der Kunst, Köln 1947, S. 49)

Bei den vertikalen Strömungsbildern sehen wir den umströmten Körper im Zentrum der Bildfläche. Der Körper wird durch den Einsatz von Hell-Dunkel-Effekten zur Körpererfahrung. Der Körper hat relativ zentral einen Grat, ein organisierendes Zentrum, das erhaben erscheint. Licht kommt, um diese Körperwirkung zu erreichen, von einer Seite, von links, damit liegt die rechte Körperseite im Schatten. Dieser Effekt wird auf der Fläche, auf der dieser Körper liegt, oder in dem er strömt, nicht aufgenommen. Die Fläche ergibt sich konzentrisch aus der Körperlage. Die goldgelbe Fläche vibriert ausgehend von diesem in ihr aufgehobenen Körper. Die Fläche ist vibrierend unruhig, sie wird beruhigter, je weiter wir vom Körper entfernt sind, wo die Fläche auch zu eigenen Formulierungen kommt, die vom Körpergeschehen unabhängig erscheinen. Um das Bild und auch den Körper in eine Bewegung zu bringen, strukturiert der Maler die Gesamtfläche so, dass er das untere Sechstel der Fläche in einen dunkleren Ton einfärbt, der dort, wo er dem Körper am nächsten ist, unruhig aufgeschwemmt erscheint. Durch diesen Effekt gelingt es, dem ganzen Bild eine Bewegungsdynamik zu geben, die von unten nach oben zielt.

Volker Altenhof arbeitet nach strengen kompositorischen Gesichtspunkten. So ist das eben beschriebene Strömungsbild ausgelegt in einem Verhältnis 1 : 3 (Breite : Länge), ein sehr schlankes Format. Die vertikale Achse wird durch den Grat des Körpers markiert und zerlegt das Bild in zwei Hälften. Die Hälfte der Breite ist dann 6-mal in der Vertikalen bedient. So kommt es zu den Sechsteln, die die Fläche ohne Körper unten und oben annimmt. Der Strömungskörper selbst besteht dann aus zwei Hälften (mit jeweils 2 Sechsteln der Gesamtfläche) mit einer deutlich markierten Mitte und auch erkennbaren Markierungen an der Sechstelgrenze. Vielleicht klingt diese Aufrechnerei ernüchternd, aber sie soll doch deutlich machen, dass Wirkungen in der Malerei bei Volker Altenhof durch klare malerische Konzepte erreicht werden. Die symmetrische Grundkonstruktion wird nicht als solche thematisiert, sie ist da und gibt dem Bild bei aller malerischen Bewegtheit aber auch ein hohes Maß an Harmonie. Die Schlankheit des Körpers erreicht Volker Altenhof dadurch, dass er die Breite des Körpers geringer zieht als die umströmenden Bildflächenränder. Bewegung erreicht er im Bild auch dadurch, dass er die untere Hälfte des Körpers deutlich dunkler akzentuiert als den oberen Teil. Damit korrespondiert die Körperfarblichkeit in ihrer Komposition ein wenig mit der Fläche und das Dunkle wird nach mehr oben hin aufgegeben.

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Container Ein neuer Zyklus ist in der Welt: "Container". Was ist das, was wir sehen? Ereignisfelder, Wunschboxen, Erfahrungszentren, die in Reihung und Rhythmus die Fläche beleben. Versteinerte Botschaften? Steintafeln? Bilder, die Botschaften enthalten, die zu entschlüsseln wären. Erfahrungsbänder und Landschaften? Containerschiffe auf der Elbe? Altenhof ist nicht mehr nur in Brunnenbek, sondern lebt jetzt auch an der Elbe in Hamburg. Zerbrechlichkeit und Harmonie? Rechtecke in klarer Schichtung, die sich von der belebten Fläche deutlich abheben. Jedes Feld, das in seinen Umrissen gleich ist, ist jeweils ganz individuell gearbeitet. Einmal sind es 15 Felder (Container?), ein anderes Mal sind es 18, einmal sogar 56. Die Felder, die sich aus der Fläche körperhaft abheben, sind gemalt. Volker Altenhof arbeitet nicht mit der Technik der Assemblage, er malt. Auch verwendet er die Farbe nicht tatsächlich räumlich, etwa durch pastosen Farbauftrag, sondern plan. Räumlichkeit wird allein gemalt, Reliefe entstehen durch das Malen, durch den gekonnten Umgang mit Farbe. Kalkül der Wirkung und Arbeiten auf Wahrnehmung hin.

Die akzentuierten Felder stehen auf der Fläche anders, auch weil sie anders grundiert sind, separat grundiert sind. Die Felder erlauben eine Lesart, sie sind jeweils wieder eigene Bilder im ganzen Bild, es ist eine additive Reihung von Malerlebnissen. Die Farbbehandlung ist immer seine: Temperatechnik mit selbst hergestellter Farbe aus Farbpigmenten, mit Pinsel auf Leinwand aufgetragen.

Tests, Farbstudien, Kompositionsversuche: Das malerische Werk entsteht aus dem Versuchslabor. Die Form gerinnt aus einer Vielzahl von Versuchsanordnungen. Das Werk entwickelt sich aus den Vorgaben und den Plänen. Volker Altenhof hat ein feines Gespür für Farbe, so gelingen ihm die Vielfalt und die Nuancen. Aus den Versuchen überträgt er auch ins große Format die gewollte Spannung. Die Fläche zum Atmen bringen, die Fläche lebt in ihrem Kontrast von Rhythmisierung und ihrer Unregelmäßigkeit. Jeder Punkt der Fläche ist gesetzt, entfaltet sich aus einem erarbeiteten Konzept, das Gegenteil von informeller Malerei, keine "automatische" Malerei, keine aus dem Prozess entwickelte, vom Materialfluss her mit aleatorischen Möglichkeiten behaftete Malerei, sondern ist bestimmt durch Form und Gestaltungswillen bis hin zum Werk. Volker Altenhof nennt diese Haltung "lyrische Haltung". Die Farbintensität wird durch Druck auf den Pinsel und die Geschwindigkeit des Auftrags bewusst geschaffen. Ein Moment seines Arbeitens ist auch das Prinzip der Subtraktion: aus der Fläche wegnehmen, Reduktion, Freilegen, er setzt nicht nur Schicht auf Schicht, sondern arbeitet auch im Wechsel von Hinzufügung und Wegnahme. Transparenz entsteht auch durch Auflösung.

Den Zyklen liegen Überlegungen zugrunde, wie aus flächigen Begegnungen Spannungen erzeugt werden können. Die Anlage von Körpern auf der Fläche, Kommunikationen, die dadurch entstehen. Grundlage sind oft graphische Rohkonzepte von Körpern.

In der Farbe liegen klare Entschiedenheiten, es gibt sehr blaue Bilder, die für Volker Altenhof von vornherein auf Transzendenz zielt, so für ihn die Grundannahme der Farbe Blau. Der andere Komplex ist der der gelb-gold-braunen Töne. Das sind für ihn die erdigen, die erdzugewandten Bilder. Hierin hat er sich festgelegt. Sonst arbeitet er offen an der Komprimierung und Verdichtung, Kodierung und Dekodierung, der Offenlegung und auch der Verrätselung.

Wenn Willi Baumeister sagt: "Künstler und Wissenschaftler sind in der Methode des Findens gleich" (Das Unbekannte in der Kunst, S. 170), dann deutet er auf einen Schaffenszusammenhang, der auch für Volker Altenhof Gültigkeit beanspruchen kann. Im Ausschnitt seiner Welt von Farbe und Fläche, Gestalt und Körper, Seele und Welterfahrung entdeckt der Maler Altenhof immer wieder neue Seinsweisen. Er muss der Anlage seiner Forschungsversuche, seiner Malexperimente folgen, um wieder in unbekanntes Terrain vorzudringen. Vom Feld seiner Ausgangsbedingungen her, treibt ihn die Malerei in seinem Versuchslabor im Atelier an der Ostsee, abgeschieden von aller urbanen Umtriebigkeit, zu immer wieder neuen Ufern. Für sich hat er als forschender Maler die Axiome seines Handlungsspektrums malerisch definiert. Das ist das, was uns als Betrachter wie ein persönlicher Stil Volker Altenhofs erscheint und mittlerweile vertraut ist. Ausgehend von diesen wiederkehrenden Versuchsanordnungen stößt er mit seiner Zyklenarbeit immer wieder in neue unbekannte Welten vor, die er uns als Werk gegenüberstellt. Wahrscheinlich ist diese experimentale Forschungsarbeit aber unauflöslich verbunden mit der Möglichkeit, den seelischen Vibrationen des Innen und Außen eine Handlungsfläche, ein Aktionsfeld zu ermöglichen. Das wiederum unterscheidet ganz entschieden den wissenschaftlich arbeitenden Forscher, dass sich dessen Wahrheitssuche als unbedingt losgelöst von seiner individuellen Disposition zu zeigen hat. Der Künstler schafft seine Forschungen gerade in der maßlosen Integration des Selbst in den Prozess seines Schaffens.

Dr. Andreas von Randow
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